Die Geschichte von Nußdorf

Schon die Römer wussten die sonnige Lage des Ortes zu schätzen. Das bezeugen die vielen Funde aus ihren Zeiten.

Wahrscheinlich haben sie dem Ort sogar seinen Namen gegeben, vielleicht waren aber auch die Walnüsse, die in Nußdorf prachtvoll gedeihen, für die Namensbildung ausschlaggebend.  

Nußdorf a. Inn, den Ort mit den vielen Nußbäumen an der bayerisch-tirolerischen Landesgrenze, bewohnten schon die Kelten.

Zur Römerzeit verlief hier die bedeutende Handelsstraße von Innsbruck nach Regensburg. 788 wird in der "Notitia Arnonis", dem Güterverzeichnis des Bischofs Arn von Salzburg, eine "ecclesia Nuzdorf" erstmals urkundlich genannt.

Das Adelsgeschlecht der Klammensteiner auf den Burgen Klammenstein und Ramsau wird ab dem 12. Jahrhundert in Urkunden erwähnt. Der letzte Ritter dieses altbayerischen Turnieradels, Konrad III., vermachte 1402 sein Vermögen den beiden Nußdorfer Kirchen. 1950 übernahm die Gemeinde das Klammensteinische Wappen.

Die Bewohner Nußdorfs verdienten sich ihren Lebensunterhalt auf dem Wasser und zu Land. Gips, gebrochen im Mühltal, oder Kalk, gebrannt in Nußdorfer Kalköfen, waren begehrte Handelsware neben Zement, Holz und Holzkohle.

Innschiffer, unter ihnen viele Nußdorfer brachten diese Erzeugnisse bis zum Schwarzen Meer. Die meisten Barock-Stuckaturen der Kirchen im südlichen Oberbayern sind aus Nußdorfer Gips hergestellt.

Wegen der Grenzlage an einem wichtigen Land- und Wasserweg hatte der Ort schwere Kriegs- und Notzeiten zu bestehen. Im Landshuter Erbfolgekrieg 1504, beim Kroaten-Einfall 1743 und während der napoleonischen Kriege wurde gebrandschatzt, geplündert und gemordet.

Die Reformen der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts brachten Veränderungen mit sich. So gibt es in Nußdorf a. Inn nur noch eine Grundschule. Der durch die Gebietsreform erzwungene Zusammenschluß zu einer Verwaltungsgemeinde mit der Gemeinde Neubeuern scheiterte am anhaltenden Widerstand der Nußdorfer Bürger.

Seit 1. Januar 1980 ist Nußdorf a. Inn mit seinen 23 Ortsteilen wieder selbständige Gemeinde.

 

 

Erhältlich in der Gemeinde Nußdorf und im Verkehrsamt.

Chronik von Nußdorf:

Josef Dürnegger: Nußdorf einst und jetzt.
Ergänzt von Renate Stein und Josef Schuster.
Nußdorf 1987. 344 Seiten. € 19,50

Geologischer Blick auf Nußdorf und Samerberg:

Max Pröbstl: Der Samerberg im Eiszeitalter.
Hunderttausend Jahre auf einen Blick.
Fak-Simile-Druck Nußdorf 2003. 228 Seiten. € 17,50.

Heimat- und Technikgeschichte:

Michaela Firmkäs: Adamers Lichtspiele - Nußdorfs Gewerbe am Mühlbach.
Nußdorf 2000. 166 Seiten. € 13.

Renate Pröbstl: Liebeserklärung an ein Dorf. Ein Nußdorfer Bilderbogen.

Raubling 2002. 168 Seiten. € 20
und bei Künstler Florian Lechner und Glas. 2013. € 49. E-Mail (info(at)florianlechner.de).

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