Sprungziele

Blockabfertigung und Schwerlastverkehr: Nußdorf und Neubeuern wehren sich

    Die Inntalgemeinden haben genug von den 40-Tonnern, die sich durch die Ortschaften quälen.

    Dass es nun Möglichkeiten gib, sich zu wehren, belegt ein Gutachten, welches die Gemeinden Nußdorf und Neubeuern bei einem Büro für Verkehrsplanung aus Innsbruck in Auftrag gegeben hatten. Das Ergebnis des Verkehrsgutachtens:

    In der Spitze wurden bei Blockabfertigung bis zu 480 LKW pro Tag auf der Staatsstraße gezählt. Gemessen wurde auf dem Abschnitt von der Autobahnanschlusstelle Rohrdorf an der A8 bis zur Anschlusstelle in Brannenburg an der A93. Das Gutachten kommt außerdem zu dem Schluss, dass eine Beschränkung für LKW über 7,5 Tonnen auf der Staatsstrasse rechtlich möglich wäre. Davon ausgenommen werden könne der Ziel- und Quellverkehr von örtlichen Unternehmern, Lieferanten und Speditionen, so Herr Schlosser, der zuständige Gutachter. 

    Bei einer Informationsveranstaltung in Neubeuern am 22.06. wurde der Unmut der Inntaler Bevölkerung deutlich. „An Tagen der Blockabfertigung ist es auf dem Balkon nicht mehr auszuhalten“, schildert eine Nußdorferin. Eine Anwohnerin aus Altenbeuern beklagt den generellen Ausweichverkehr von der Autobahn auch durch Wohnmobile oder Skifahrer, am schlimmsten sei aber die Belastung durch die Schwerlaster. Auch Brannenburger Bürger machten ihrem Ärger bei der Veranstaltung Luft. Man fühle sich von den hiesigen Politikern im Stich gelassen. „Tirol schützt seine Bürger, warum geht das nicht auch bei uns?", war zu hören. Alle waren sich einig: Die Politik müsse nun handeln. Der Schutz der Bürger sei wichtiger als der freie Warenverkehr, der durch das Ausweichen des Schwerlastverkehrs auf die Staatsstraße die heimische Wirtschaft sogar eher noch behindere. Die Anordnung einer Tonnagebeschränkung für LKW sei eine Ermessensentscheidung des Landratsamtes in Absprache mit dem Staatlichen Bauamt, informierte Neubeuerns Bürgermeister Christoph Schneider. Er und seine Nußdorfer Kollegin Susanne Grandauer forderten die übergeordneten Behörden auf, nicht mehr dem freien Warenverkehr den Vorrang zu geben, sondern den Fußgängern, Radfahrern und Anwohnern der Staatsstraßen im Inntal und mindestens an den Blockabfertigungstagen die Staatsstraßen zu schließen. Der Rosenheimer Landrat Otto Lederer äußerte zwar Verständnis für die Bürger und führte an, dass die Blockabfertigung und ihre Auswirkungen eine Zumutung für alle seien, man aber gleichzeitig bei entsprechenden Anordnungen sich an geltendes Bundesrecht halten müsse.„Wenn es so einfach wäre, hätten wir schon längst entsprechende Maßnahmen getroffen“, so der Tenor des Landrats. In der Livesendung des BR „Jetzt red i“ am 6. Juli, zu der sich u.a. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und Ingrid Felipe, Stellvertreterin des Tiroler Landeshauptmanns, eingefunden hatten, wurde das Thema erneut eingehend diskutiert und die Inntalbewohner trugen ihre Belange vor. Bayerns Ministerpräsident Söder hatte kurz zuvor bereits angekündigt, sich in Sachen Ausweichverkehr für die betroffenen Gemeinden einzusetzen und Abfahrtsverbote bzw. Straßensperrungen an Blockabfertigungstagen durchsetzen zu wollen. Die Gemeinden Nußdorf und Neubeuern möchten sich an dieser Stelle beim Mitglied des Bundestags Daniela Ludwig für ihr Engagement und die Vorlage des Gutachtens beim bayerischen Ministerpräsidenten sehr herzlich bedanken. Unser weiterer Dank gilt dem Bayerischen Rundfunk für die sachliche, ausführliche Berichterstattung zu diesem Thema. Bürgermeisterin Grandauer und Bürgermeister Schneider freuen sich darüber, dass man durch Enthusiasmus und Engagement auch von kommunaler Ebene noch Bewegung in politische Angelegenheiten bringen könne, die auf höheren Ebenen entschieden werden. Sie hoffen, dass ihr  hartnäckiger  Einsatz nun endlich Früchte trägt.

    Nachfolgend noch ein Link zu einem entsprechenden Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 06.07.2022:

    https://www.sueddeutsche.de/bayern/inntal-blockabfertigung-soeder-autobahn-bayern-tirol-1.5616274

     

     

    Alle Nachrichten

    De-Mail ermöglicht eine nachweisbare und vertrauliche elektronische Kommunikation. Zudem kann sich bei De-Mail niemand hinter einer falschen Identität verstecken, denn nur Nutzer mit einer überprüften Identität können De-Mails versenden und empfangen.

    Wenn Sie uns eine De-Mail an die oben angegebene Adresse senden möchten, benötigen Sie selbst eine De-Mail-Adresse, die Sie bei den staatlich zugelassenen De-Mail-Anbietern erhalten.

    Informationen, Erläuterungen sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie auf der Website www.de-mail.de des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. Über Ihre konkreten Möglichkeiten, De-Mail für die Kommunikation mit Unternehmen und Behörden zu nutzen, informiert Sie www.de-mail.info.